Kurzgeschichten

Kurzbericht über die Junggesellenschaft 1468 Waldshut

Die Entstehung:

Bei der Belagerung in Waldshuts im Jahre 1468 wurde die Stadt von den Schweizern
In ihren eigenen Mauern eingeschlossen. Ziel der Schweizer Besatzer war es, die dem Großherzogtum Vorderösterreichs angehörende Stadt zur Aufgabe zu zwingen. Als die Not immer größer wurde nahmen eine Hand voll Jungen Gesellen einen Schafsbock den sie mästeten und auf ihren Mauern der Stadt präsentierten. Dadurch wurde den Schweizer Belagerern angezeigt, dass selbst die Schafsböcke in Waldhshut noch genug zu futtern haben, und die Stadt Waldshut so schnell nicht auszuhungern ist. Nach dieser List zogen sich die Schweizer Belagerer zurück. Aus diesen Umständen gründete sich die Junggesellenschaft Waldshut im Jahr der Belagerung 1468.

Wer oder Was sind die Junggesellen:

Die Junggesellen waren eigentlich junge Handwerker die aus Waldshut stammten.
Heute sind es viele die aus anderen Berufszweigen kommen.

Zweck der Gesellschaft ist die Pflege, Förderung, und die Weitergabe der Tradition des Brauchtums unserer Stadt Waldshut. Weiterhin ist die Junggesellenschaft für das Museum im Unteren Tor, auch Basler Tor genannt in Waldshut zuständig.

Der Aufbau innerhalb der Junggesellen:

Zunftmeister                      1. Ladenmeister             2. Ladenmeister

Gsellenschryber                 Säckelmeister                Altgeselle

Zunftbruder „Ordinär“     Fähnrich                         Türmer

Alt-Fuchs                             Fuchs                              Aspirant

Der Vorstand:

Die Vorstandsämter sind: Zunftmeister – ist der Repräsentant der Zunft. Er vertritt die Zunft gerichtlich und außergerichtlich.
1 Lademeister – herrscht über Recht und Ordnung innerhalb der
Zunft
2 Lademeister – zuständig für das Inventar
Gesellenschreiber – hat die Geschehnisse der Zunft zu protokollieren
Säckelmeister – ist für die Finanzen der Zunft zusammen mit dem Zunftmeister verantwortlich
Alt Geselle – ist der an Zunftjahren älteste Zunftbruder, der kein Vorstandsamt inne hat.

Der Vorstand wird einmal  im Jahr am Generalbott nach der Waldhsuter Chilbi gewählt. . Der Altgeselle gilt als Vertreter der Zunftbrüder ordinär in der Zunft und soll seinen Erfahrungsschatz mit einbringen.

Zunftbruder ordinär:

Der ordinäre Junggeselle ist ein Rang, ohne besondere Aufgaben.
Er ist weder im Vorstand tätig noch trägt er ein  Ehrenamt oder Fuxenamt.

Ehrenämter:

Als Ehrenamt bezeichnet man das Amt des Türmers, sowie das Amt als Fähnrich.

Der Fähnrich hat die Aufgabe an öffentlichen Veranstaltungen, die Fahne zu tragen und die Fahne in einem ordentlichen Zustand zu erhalten.

Der Türmer hat die Aufgabe das Zunftmuseum sowie den Turm zu pflegen.

Der Alt-Fuchs:

Als Alt-Fuchs gilt man erst wenn ein neuer Zunftbruder aufgenommen wurde. Der Alt-Fuchs weist den Fuchs in seinen Aufgaben ein und unterstützt ihn bei größeren Anlässen.

Der Fuchs:

Bei der erfolgreichen Aufnahme in die Zunft wird man als jüngstes Mitglied als Fuchs bezeichnet, und bekommt seine Aufgaben in der Gesellschaft.


Wie wird man ein Junggeselle: ” Aspirant”

Um das kennenlernen der Zunft und der Junggesellen darf jeder Mann der unverheiratet ,ohne Kinder, und sein Lebensmittelpunkt in Waldshut hat, am Stammtisch der Junggesellen teilnehmen. Nach einigen geselligen Abenden am Stammtisch und Interesse an der Zunft darf man als Aspirant bei Veranstaltungen mitwirken.
Der Austritt:

Der Austritt aus der Zunft erfolgt aus folgenden Gründen:
Durch Verheiratung, durch Ehrenhaftes Ausscheiden auf eigenen Antrag, durch unehrenhaften Ausschluss, oder durch Tod.
Bei Austritt durch Verheiratung und durch ehrenhafte Entlassung besteht die Möglichkeit  der Aufnahme bei den Ehemaligen Junggesellen. Die Ehemaligen sind die Vereinigung der Ehemaligen Zunftbrüder der Junggesellenschaft. Ihr gehören verheiratete Männer zwischen 30 und weit über 80 Jahren an.

Veranstaltungen der Junggesellen:

Die wichtigsten Anlässe der Zunft sind die Chilbi und die Fasnacht.

An den Kappenabenden beteiligt sich die Junggesellenschaft mit einem Programmpunkt. Am Flohmarkt, am Fasnachtsmontag beteiligen sich die Junggesellenschaft mit einem Stand in der Kaiserstraße. Fokus der Junggesellenschaft ist die am Fasnachtsdienstag stattfindende Fasnachtsverbrennung. Diese findet vor dem Rathaus statt, und spricht dem „Narro“ die Schuld für die vom Zunftmeister vorgetragenen Punkte zu.

Die Chilbi wird mit der Bocktaufe am ersten Augustwochenende begonnen. Bei dieser Veranstaltung bekommt ein Schafsbock den Namen und die Patenschaft eines Waldshuter Bürgers für die bevorstehende Chilbizeit.
An Chilbi wird der getaufte Bock im Chilbifestzelt am Chilbisonntag verlost. Im vorfeld werden 1000 Lose verkauft-jedes mit der Chance auf den Gewinn. Als Höhepunkt der Waldshuter Chilbi wird der Bock verlost.

Unter dem Jahr zeigen sich die Junggesellen an verschiedenen Veranstaltungen in Waldshut. Jeden Freitag findet der traditionelle Stammtisch im „Waldshuter Hof“ statt.

Die Junggesellenschaft 1468 Waldshut ist viel mehr als eine Mitgliedschaft in einem eingetragenen Verein. Der Leitsatz der Junggesellen: „In der Freundschaft treue walten, wollen wir zusammen halten, heiterer Sinn und froher Mut steht dem Junggesellen gut“ spiegelt die einzigartige Verbindung der ältesten Handwerkerzunft Deutschlands.